Wie würdest du durchs Leben gehen, wenn du nichts mehr zu verlieren hättest? 

Diese Frage stelle ich mir heute im Remote Office über 10’000 km von zu Hause. Ich bin nach 2 Jahren wieder in Kapstadt am Western Cape von South Africa. Im Guesthouse von meiner Freundin mit Schweizer Service und Standard. Einfach genial und sehr entspannend. Alles soweit gut.

Jedoch In den letzen 2 Jahren ist vieles passiert oder eben nicht. Ich sehe viele Menschen, die sich jeden Tag durch den Alltag quälen. Sie betteln für Essen oder Kleider. Sie haben in der Pandemie das wenige verloren. Sie sind auf sich alleine gestellt. Sie bekommen keine Unterstützung vom Staat. Jedoch haben sie ihr Lachen behalten, obwohl es ihnen nicht gut geht. Sie finden irgendwie täglich einen Weg, der sie überleben lässt.

Warum erzähle ich dir das? Soeben habe ich einen Kundenauftrag verloren. Weit weg von der Schweiz. Einige Franken weniger Umsatz für meine Firma und für mich als Unternehmerin. Und wie sind meine Emotionen im Moment. Schade, dass es nicht geklappt hat. Irgend etwas hat gefehlt. Weiter geht es und der nächste coole Auftrag kommt bestimmt. Dran bleiben und nie aufgeben. Das ist meine Devise. Denn in diesem Moment darf ich mich fragen, wie würde ich durchs Leben gehen, wenn ich nichts mehr zu verlieren hätte? Ich weiss es nicht, denn ich musste mir bis jetzt nie die Frage wirklich ernsthaft stellen. 

Das Thema berührt mich jedoch gerade jetzt, da ich vor Ort bin und das viele Elend neben dem easy going Live in Kapstadt beobachte. Die weissen Eltern, die ihre Kinder jeden Morgen mit dem Auto in die Deutsche Schule hinfahren. Und als Kontrast der schwarze Mann, der ausserhalb vom Guesthouse bei mir um Kleider bettelt und nicht mehr aufhört zu jammern, bis mein Mann ihm einige Rand in die Hände drückt. 

Buchstäblich treffen hier 2 Welten aufeinander. Die mich nachdenklich machen, denn wie würde die weisse Frau und der schwarze Mann durchs Leben gehen, wenn sie nichts mehr zu verlieren hätten? 

Stell dir diese Frage einfach zwischendurch ernsthaft und vieles relativiert sich sehr schnell und klar. 

  • Wieviel Material haben wir, das wir nicht täglich brauchen?
  • Wieviele Verpflichtungen schränken uns in unserem Leben ein? 
  • Was ist wirklich wichtig im Leben? 
  • Mit welchen Menschen verbringen wir unsere Zeit? 
  • Was ist unsere Purpose auf dieser Welt?
  • Wieviel Zeit bleibt uns in diesem Leben?

Die Welt dreht sich zum Glück weiter. Ich probiere immer wieder bei mir zu bleiben. In meiner Stärke zu leben und Menschen dort zu unterstützen, wo es Sinn macht. Klar kann ich die Welt nicht retten. Ich kann jedoch jeden Tag so leben, dass der respektvolle Umgang mit Mensch, Tier und den Natur-Ressourcen gewährleistet ist. 

In diesem Sinne wünsche ich uns zwischen durch die Reflexion zu dieser etwas anderen Frage: Wie würdest du durchs Leben gehen, wenn du nichts mehr zu verlieren hättest? 

Lebe in der Fülle und sei dankbar für alles, was du hast, teilen darfst und verschenken kannst!